Gebetshinweise
Jes 42, 5a.1-4.6-7
Ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, das Licht für die Völker zu sein.
Apg 10,34-38
Gott hat Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft.
Mk 1,7-11
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.
Schrifttext: Mk 1,7-11
In jener Zeit trat Johannes in der Wüste auf und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.
Zur Betrachtung
Am Beginn der Gebetszeit versuche ich mit meinen Geist zur Ruhe zu kommen und Gott wirken zu lassen. Er wird die Initiative ergreifen und mir den Himmel öffnen – ich kann und brauche das nicht zu tun.
Ich versuche mit meiner Sehnsucht in Berührung zu kommen und mache sie zum Gebet.
wie sie sehe ich einen Stern und folge ihm
Mit allem, was ich bin und habe, bin ich gefragt; mit meinen natürlichen Fähigkeiten (Geduld, genaues Beobachten) und allem, was ich gelernt habe (Astronomie); alles soll ich einsetzen um meinen Weg zu finden.
Von welchem Stern lasse ich mich leiten auf meinem Weg, wem fol-ge ich?
Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter
Du bist von mir geliebt, Sohn, Tochter, du gefällst mir.
Das ist die Grundbotschaft meines Lebens, das Wort, das Gott zeit meines Lebens unaufhörlich zu mir sagt.
Ich wiederhole diese Zusage in meinem Inneren, lasse sie sich in mir ausbreiten, lausche ihr nach:
DU – SOHN, TOCHTER – GELIEBT – DU GEFÄLLST MIR.
meine Taufe
Als Getaufte sind wir von Jesus hinein genommen in die Gemeinschaft mit ihm und in die Beziehung zu Gott.
Ich denke daran, dass ich getauft bin und dadurch ein unauslöschliches Siegel der Zugehörigkeit und der Gemeinschaft mit Jesus Christus erhalten habe. Was auch immer mein Leben kennzeichnen mag – immer gilt die Zusagen Gottes, dass ich nicht allein bin, dass er seine Beziehungszusage zu mir nicht zurücknehmen wird.
In die intensive Beziehung der göttlichen Personen, wie sie hier beschrieben ist, stelle ich mich noch einmal bewusst hinein und spreche mit Jesus; der mir brüderlich zeigen will, wie man als Kind Gottes leben kann und dem Vater, als dessen geliebter Sohn, dessen geliebte Tochter ich mich wissen darf.
Hintergrund
Das Fest der Taufe des Herrn gehörte in der frühen Kirche auch zu den Geheimnissen der Erscheinung des Herrn. Mit Erscheinung ist das offenbar werden der menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi gemeint.
Heute endet mit diesem Fest die liturgische Weihnachtszeit. Im Evangelium machen wir chronologisch einen großen Schritt – das öffentliche Leben Jesu beginnt mit der Taufe Jesu.
Die Liturgie der Kirche führt uns von der Geburt Jesu, unseres Erlösers in unsrer Geschichte zum Geheimnis der Geburt Christi in uns durch das Sakrament der Taufe.
Wenn wir das Fest der Taufe Christi feiern, dürfen wir auf das Gnadengeschenk unserer eigenen Taufe schauen, durch das Gott auch uns zuspricht: Du bist mein geliebter Sohn – meine geliebte Tochter.
Die Christen der ersten Jahrhunderte sprachen von der Taufe als dem Sakrament der „Wiedergeburt“. Wer sich zum Christentum bekehrte und die Taufe empfing wurde ein „neuer Mensch“. Durch die Taufe sind wir in den Tod Christi und sein Erlösungswirken mit einbezogen.
Ich empfange mich,
ich glaube an den Ruf,
der mich ins Dasein hebt,
der mich begleitet und mich nicht mehr verlässt.
Wenn ich also mein Leben als ein Gerufensein verstehe,
als ein ‚Ich bin gerufen.
Ich bin ins Sein erwählt!‘:
dann lebe ich so,
wie der Sohn mit dem Vater lebt.
Dann lebe ich die Erfahrung dessen mit,
der in der Taufe im Jordan und auf dem Berg Tabor hört:
‚Das ist mein geliebter Sohn‘
Sein Leben ist von Anfang an Antwort,
ist von Anfang an ‚Ja‘.
So sind wir von Anfang an hinein genommen
in diese Wirklichkeit der Beziehung zwischen Sohn und Vater.
Dieses Ja zwischen Vater und Sohn ist der Raum,
in dem auch wir bejaht, gemeint,
ermöglicht, geschaffen und erlöst sind.
Das Ja zwischen Vater und Sohn
gründet und umschließt in Freiheit mich und alle und alles.
Klaus Hemmerle
Gerne können Sie sich mit Rückmeldungen, Anregungen, Fragen an mich wenden: Sabine Krienen [sabine.krienen@edith-stein-exerzitienhaus.de]
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