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04 | 04 | 2020

Ein Projekt des KSI und des Stadtmuseum Siegburg in Kooperation mit dem Rhein-Sieg-Kreis

Gefördert durch BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises

Mit freundlicher Unterstützung der

und der

Kunstpreis für interdisziplinäre Projekte
Beethoven reloaded

Publikum bestimmt die Preisträger!

 

Besuchen Sie die zehn außergewöhnlichen Kunstprojekte und stimmen Sie vor Ort mit einer Wahlkarte für Ihre Sieger im Wettbewerb!

 

Rund 250 Bewerbungen gingen auf die bundesweite Ausschreibung des Kunstpreises ein, der zu einer frischen interdisziplinären Auseinandersetzung mit Beethoven und dem Humanismus aufforderte. Eine hochkarätige Jury wählte zehn Arbeiten aus, die mit herausragenden, außergewöhnlichen und auch partizipatorischen Projekten das Thema behandelten. Welche Arbeiten die Preise gewinnen, entscheiden die Besucher mit einer Stimmabgabe vor Ort.

 

Vom 6. März bis zum 14. März 2020 können werden die Kunstprojekte in Siegburg im KSI auf dem Michaelsberg, im Stadtmuseum und im öffentlichen Stadtraum präsentiert.

 

Sichtbarstes Zeichen zum Auftakt der Projektwoche ist die Ankunft sowie der Empfang des arkadischen Botschafters, der mit seinem Diplomatenwagen am Freitag, den 6. März 2020 um 17 Uhr vor dem Haupteingang des KSI vorfährt. 
Dieses Kunstprojekt lädt zum Mitmachen ein! Der arkadische Botschafter lädt alle Besucherinnen und Besucher zu einer Unterhaltung zum Thema „Humanismus in der heutigen Zeit“ in seine Diplomatenlimousine ein. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister und die Vize-Landrätin vor dem Eingang des Katholisch-Sozialen Instituts auf dem Siegburger Michaelsberg wird der Kunstparcours eröffnet. Die Künstlerinnen und Künstler aller nominierten Projekte werden anwesend sein und für erste Gespräche mit Besuchern bei Musik und Umtrunk zur Verfügung stehen.   

 

Herzliche Einladung!

 

Die nicht-öffentliche Preisverleihung findet am 15.3.2020 um 11.30 Uhr im KSI statt.

 

> Link zum Prospekt mit der Projektübersicht und den Terminen

> Programm des Stadtmuseum Siegburg "Beethoven Reloaded"

> Link zur Internetseite "Beethoven-Reloaded"

 

 

Projekte und Aufführungstermine

Partizipatorische Schnitzeljagd durch Beethovens Leben und Wirken

Anna Gohmert, Anna-Kirstine Linke, Jonas Wolf

 

Clubräume, KSI auf dem Michaelsberg

 

Wir schreiben das Jahr 2020. In Siegburg entdeckt ihr eine Wohnung Ludwig van Beethovens, die bisher von der Beethoven-Forschung unentdeckt blieb. Beethoven persönlich hat sie für euch eingerichtet. Aus dem Jahr 2020 heraus blickt er in seine Vergangenheit zurück und in die Gegenwart hinein. Folgt den Spuren quer durch die Rezeptionsgeschichte Beethovens und findet die geheimen Botschaften, die er für euch versteckt hält.

 

Besuch des Escape Rooms in Anwesenheit der Künstler/innen:
Freitag, 06.03. – Sonntag, 08.03.2020 um 10.00 Uhr, 13.00 Uhr, 16.00 Uhr, 19.00 Uhr
Donnerstag, 12.03.2020 um 16.00 Uhr, 19.00 Uhr 
Freitag, 13.03. – Samstag, 14.03.2020 um 10.00 Uhr, 13.00 Uhr, 16.00 Uhr, 19.00 Uhr
Sonntag, 15.03.2020 13.00 Uhr, 16.00 Uhr

 

für Menschen von 0-102 Jahren, Gruppengröße: 2-8 Personen
Dauer ca. 60 min
Voranmeldung unter Fon: 02241-2517410 oder goretzki@ksi.de

Partizipatorisches Projekt im arkadischen Diplomatenwagen

Peter Kees

 

Haupteingang, KSI Michaelsberg

 

Zwei Videoprojektionen stehen einander gegenüber: auf einem werden Koffer gesprengt, auf dem anderen ist ein lautloses Dirigat der Europahymne in einer nebligen Berglandschaft zu sehen.
Dazwischen steht das Dienstfahrzeug des arkadischen Botschafters. Aus der Limousine erklingt Musik von Beethoven. Der arkadische Botschafter S.E. Peter Kees lädt Menschen zu Gesprächen über die brennenden Gegenwartsfragen und Humanismus in die Diplomatenlimousine.
Ausgangspunkt für Beethoven lebt! ist die Beschäftigung mit gegenwärtigen Umbrüchen. Ähnlich wie zur Zeit Beethovens prägen massiven Krisen unsere Gegenwart - vielleicht dramatischer denn je. Die Dringlichkeit von Humanismus erlangt tagtäglich mehr an Bedeutung.
Beethoven fordert in seinem OEuvre Humanismus. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind dabei die zentralen Werte. Um diese geht es auch heute. Ähnlich verhält es sich mit der idealisierten griechischen Landschaft Arkadien. Auch Arkadien stand und steht für die Sehnsucht nach Humanismus schlechthin. Nicht umsonst kommt der Topos immer wieder in das Blickfeld von Künstlern, Literaten, Philosophen, drücken sich darin doch die uralten Wünsche nach einem vollkommenem Dasein im Diesseits aus, den es real in der Menschheitsgeschichte nie gegeben hat, der aber um so mehr gesucht, imaginiert, projiziert und symbolisiert
wird. Vor allem in Zeiten von Umbrüchen und Krisen war und ist die Suche nach solch einem Zustand immer wieder bedeutsam.

 

Empfang des arkadischen Botschafters: 06.03.2020 um 17.00 Uhr

Besuch im arkadischen Diplomatenwagen und Gespräch mit dem Künstler: 06.03.2020  17.00 - 19.30 Uhr, 07.03.202  11.00 - 19.30 Uhr,  08.03.2020  10.00 – 19.30 Uhr, 12.03.2020  16.00 -19.30 Uhr, 13.03.2020 17.00 – 19.30 Uhr, 14.03.2020  11.00 – 12.30 Uhr, 13.00 – 15.00 Uhr

Multimediales Crossover Event für ein Ensemble und der aktiven Interaktion von Glockenspielern

Yannis Vasiliadis

 

Stadtmuseum Siegburg

 

Musiker/innen, Schauspieler/innen und hunderte Glockenspieler/innen in einer aktiven Interaktion in Theater und Film


Beethoven wird als einer der wichtigsten Komponisten aller Zeiten gefeiert und gilt als einer der bedeutendsten Künstler, der eine signifikante Position zu den Themen Humanismus und Brüderlichkeit zwischen den Nationen vertreten hat. Auch heute sind diese Botschaften äußerst relevant.


„BeethovenNetz“ möchte, in Anlehnung an die oben genannten Positionen, hunderte verschiedene Bürger/innen, unabhängig von Alter, Nationalität und kulturellem Hintergrund, über die Elemente Performance, Film und Musik in eine visuelle und klangliche Einheit bringen.


Die für das Projekt entwickelte Methode „all as one – embracing individuality“ erspürt und fördert die ideale Balance zwischen Ganzheit und Individualität.   

 

Ein weiteres pädagogisches Ziel des Projektes ist es, gemäß Beethovens Lebensphilosophie, die Freiheit und Mündigkeit von Menschen zu fördern. Kunst kann in diesem Sinne einen bedeutenden Beitrag zur Bildung aller Menschen leisten, indem die Beobachtung, die Teilhabe und die Interaktion angeregt werden: Nicht nur die vielfältigen Darsteller/innen sollten die kreative Kooperation und das Miteinander während einer künstlerischen Probe erleben.  

Mit diesen Projekt erhalten auch die Zuschauer/innen die Gelegenheit, das wunderbare Gefühl einer musikalischen und darstellerischen Zusammenarbeit mitzuerleben, indem sie, unter der Führung der Künstler/innen auf der Bühne, selbst einen Teil der 9. Symphonie mitentwickeln und ein weiteres Stück in Form eines „Beethoven – Reloaded“ mitkreieren.

 

Aufführung und Gespräch mit dem Künstler: 12.03.2020 um 19.30 Uhr und 14.03.2020 um 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Installation

Elmar Hess

 

Stadtmuseum Siegburg

 

Das Projekt "Continued Symphony" von Elmar Hess ist eine multimediale Rauminstallation, die sich aus filmischen Sequenzen, Fotografien und fiktionalen Artefakten zusammensetzt. Die Arbeit stellt Beethovens gedanklich eng mit Humanismus verbundenes kompositorisches Werk einem Ereignis aus dem gegenwärtigen Flüchtlingsdrama gegenüber, der Rettung von Schiffbrüchigen durch das Schiff "Sea-Watch 3" und dessen Kapitänin Carola Rackete. Vor dem Hintergrund der dramatischen Bilder aus dem Sommer 2019, schildert die Arbeit dabei Beethovens Vision von einer Welt, "in der die Menschheit ihrer Würde gemäß behandelt wird" (vgl. Schriften Beethoven) als aktueller und sinnnotwendiger denn je.

 

Die Ereignisse rund um die Seenotrettung der "Sea-Watch 3" formuliert das Projekt "Continued Symphony" als Teil eines humanitären Dramas, das sich bei alledem ausgerechnet nahe jener Gegend abspielt, die in der Antike Wiege von Philosophie, Humanismus und der demokratischen Staatsform war. Es sind die Ideale, auf die sich heute nicht nur die EU stützt, sondern auf die sich auch schon jene historische Periode zurück besann, in der Beethovens Schaffen begann, die der Wiener Klassik. Doch während sich die EU in Flüchtlingsfragen weiterhin sträubt, ist es vor allem ein Teil einer jungen Generation, der im Sinne alter Ideale handelt. Die Flüchtlingsrettung durch Carola Rackete und der Widerstand italienischer Behörden gegen die Kapitänin scheinen dabei alle Zutaten einer klassischen Tragödie zu vereinen, die in manchem Detail an die in Beethovens Libretti mehrfach zitierte Dichtung Schillers erinnert ...

 

Gespräche mit dem Künstler: 07.03. und 08.03.2020 jeweils 14.00 – 17.00 Uhr

Ausstellung: 06.03. – 15.03.2020

Transmediale Konzert-Installation

Rochus Aust

 

Kreuzgang des KSI auf dem Michaelsberg

 

Beethovens GROßE FUGE (op. 133) für Streichquartett wurde bei ihrer Uraufführung von der zeitgenössischen Kritik geradezu zerrissen, sie klänge wie chinesisch: völlig unverständlich. Dies nimmt der Kölner Medienkünstler, Komponist und Trompeter Rochus Aust zum Anlass, um mit vier echten Chinesen, einem marrokanischen Tänzer und einem italienischen Schiedsrichter ein Fahrradrennen im Kreuzgang auf dem Michaelsberg zu inszenieren: die GANZ GROßE FUGE. Eine multimediale Flucht vor der Kritik von 1826, dem übriggebliebenen Humanismus und der einsetzenden Taubheit . Für Stromorchester mit virtuellem Streichquartett. In beethovenscher Echtzeit. Viersprachig und mit Knieschonern.

 

Aufführung: 08.03.2020 um 11.00 Uhr und um 16.00 Uhr, im Anschluss steht der Künstler für Gespräche zur Verfügung

Installation: 06.03. – 15.03.2020

Licht-Text-Raum-Installation

Detlev Hartung und Georg Trenz

 

Terrassen des Forums, KSI auf dem Michaelsberg

 

Die Arbeit KLAVIATUR von Detlef Hartung (Köln) und Georg Trenz (München) ist speziell für das Forum des Katholisch-Sozialen Instituts Abtei Michaelsberg in Siegburg konzipiert.


Der 2017 fertiggestellte moderne Neubau empfängt den Besucher des Tagungszentrums und schafft einen Übergangsort, einen Ort der Kommunikation und der Reflexion. Er ist gewissermaßen die Schnittstelle vom Äußeren zum Inneren, vom Alltäglichen zum Besonderen, von Weitläufigen, Abschweifenden zum Konzentrierten, Fokussierten. Hier können sich Ideen, Gedanken und Möglichkeiten entwickeln und in alle Richtungen wirken.

 

KLAVIATUR visualisiert dieses Bild mit Hilfe von Zitaten und Textfragmenten von Beethoven und von ihm vertonten Gedichten. Geradlinige Textzeilen unterschiedlicher Größe werden in variierenden Zeilenabständen und in wechselnden Geschwindigkeiten und Richtungen an die Deckenflächen der Forums-Terrassen projiziert. Wie sich bewegende Klaviertasten, manchmal wie Notenlinien ziehen diese Schriften über das Gebäude und spielen mit dessen Funktion und architektonischer Form.


Obwohl durch Grammatik, Schreibweise und Wortwahl diese aus ihrem Zusammenhang gerissenen, sichtbar gewordene „Gedankenfetzen“ durchaus Beethoven zuzuordnen sind, entwickeln sie freie eigene Konnotationen und berühren die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen.
Textbeispiele:

… ICH LEBE NUR IN MEINEN NOTEN …
… SO POCHT DAS SCHICKSAL AN DIE PFORTE …
… ICH TRAGE MEINE GEDANKEN LANGE MIT MIR HERUM …
… ES GEHÖRT RHYTHMUS DES GEISTES DAZU … 
… MEIN REICH IST IN DER LUFT …
… KRAFT IST DIE MORAL DER MENSCHEN …
… DAS GLÜCK IST KUGELRUND …
… EIN GUTES WORT FINDET GUT STATT…

 

Gespräche mit den Künstlern: 06.03. – 08.03.2020 von 20.00 – 23.00 Uhr

Lichtinstallation: 06.03. – 15.3.2020 von 20.00 – 23.00 Uhr

Lichtprojektion mit Improvisationen an der Orgel 

Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher mit dem Musiker Ansgar Wallenhorst

                                               

Kirche Sankt Michael, KSI auf dem Michaelsberg

 

Prometheus brachte dem Menschen das Licht, um ihn zu einem mündigen, selbstbestimmten, freien Weltbürger zu machen. Ludwig van Beethoven, der Musiker und Humanist, sah sich gerade darum mit der mythologischen Gestalt des Prometheus tief im Geist der Aufklärung verbunden.

 

Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher projizieren in den Kirchenraum des Katholisch-Sozialen Instituts auf dem Michaelsberg in Siegburg überdimensional VOGEL-FLÜGEL. In der Bildenden Kunst ist der Vogel ein Sinnbild für die Seele des Menschen in ihrem leichten Flug - in der Spanne von Leben und Tod. Wände, Mauern und das Glas der Fenster im Raum der Michaelskirche sind wie eine Membran von innen nach außen, während das Licht der Projektion das Gestein dieser Membran aufzulösen, zu erweitern scheint. Es sind geöffnete und geschlossene Flügel zu sehen, also solche, die noch Zeit brauchen. Hier kommt die Kraft und Energie der Improvisation des bekannten Musiker Ansgar Wallenhorst  mit dem Schweben, der Zartheit, dem Fliegen zusammen, aber nicht als Widerspruch, sondern als Symbiose. Ansgar Wallenhorsts Orgelspiel ist ein verbindendes sowie kontrastierendes Element zu den stills der Vogelflügel. Mit seinen gewaltigen, expressiven Improvisationen, kann er den Raum zu einem Feuerkern machen, „der Funken in die Seele schlägt“. (Ludwig van Beethoven).

 

Musik und Licht haben elementar gemeinsam: sie sind temporär und immateriell.

 

Wir arbeiten mit der Fotografie als Projektionsmaterial für analoge, autark eingerichtete Hochleistungsprojektoren.

 

Lichtinstallation mit Orgelkonzert: 08.03.2020 um 20.00 Uhr

Lichtinstallation: 06.03. – 15.03.2020 von 20.00 – 23.00 Uhr, die Künstler stehen für Gespräche zur Verfügung

Fotographie und Soundinstallation

Timotheus Büttner

 

Stadtmuseum Siegburg

 

„Soundportraits“, so nennt der Künstler Timotheus Büttner (Jahrgang 1987) seine originelle Fotoserie, die als Crossover zwischen Klang und fotografischem Bild angelegt ist. Sie sind das Ergebnis eines langen künstlerischen Forschungsprozesses, der das Ziel verfolgte, eine klangliche Aufnahme, insbesondere die der menschlichen Stimme, in das fotografische Bild einzubelichten und somit die gängigen Grenzen der Porträtfotografie in Frage zu stellen und zu erweitern. Die Prämisse, dass die Einzigartigkeit der Stimme eines Menschen, ebenso identitässtiftend und charakteristisch sei wie seine visuelle Erscheinung, ist die Grundannahme seiner konzeptuellen Vorgehensweise: Büttner nimmt neben einer fotografischen Porträtaufnahme immer auch die Stimme des Porträtierten auf und arbeitet diese in das Foto ein. Dazu hat er Lautsprecher unter die Fotowannen positioniert, welche die entwickelten Porträtabzüge im Wasserbad von  unten beschallen. Tiefe Sinuswellen unterstützen die Stimmaufnahmen und versetzten die Wasseroberfläche in wellenartige Bewegung. Nochmals abfotografiert ergeben sich hybride Klangporträts, welche teilweise nur subtil bewegt wirken, andere jedoch stark verzerren und wieder andere nur noch als ahnende Abstraktion verschwimmen. Ob die visuelle Erscheinung eines Menschen mit der auditiven konkurriert oder vielmehr
harmoniert, das liegt im Auge des Betrachters.

 

Gespräche mit dem Künstler: 07.03. und 08.03.2020 jeweils 14.00 –  17.00 Uhr

Ausstellung: 6.03. – 15.03.2020

Multimediale Installation

Christoph Dahlhausen und Michael Graeve

 

Stadtmuseum Siegburg

 

Eine Baustellensituation simuliert Konstruktion und Abbruch zugleich, bleibt unklar in seiner Ausrichtung. Backsteine liegen auf dem Boden, eine Mauer scheint begonnen, ist aber unfertig. Ein Bau-Schalungsbrett liegt wie zu einer Sitzbank platziert auf Steinen, fordert zum Platznehmen auf.

In ihrer multimediale Installation „Still building after all“ entwerfen die beiden internationalen Künstler Christoph Dahlhausen (Bonn, Melbourne, AU) und Michael Graeve (Melbourne, AU) das Bild des Humanismus als Baustelle im Sinne eines Symbols für die permanente Arbeit an dem bislang unverwirklichten Projekt einer humanistischen Gesellschaft. Die Installation kombiniert Baumaterial, Malerei, Gerüststangen, Licht und Klang.
Die Klangkomposition verwendet ausschnitthaft eigene spielerische Interpretationen von Beethoven’s Musik, Zitate sprachlicher Art und Geräusche (z.B. von Baustellen). Optische und akustische Wahrnehmungsebenen mischen sich, verschiedene Klangatmosphären entstehen. Durch ein Umhergehen hört der Besucher an verschiedenen Stellen Unterschiedliches.

 

Gespräche mit den Künstlern: 07.03.2020 um 15.00 Uhr und 12.03.2020 um 18.00 Uhr

Ausstellung: 06.03. – 15.03.2020

 

Still building after all  -  Rückbau, Edition und Spendenaktion

(von Christoph Dahlhausen, Bonn/Melbourne und Michael Graeve, Melbourne, AU)
 

Am Ende der Ausstellungzeit, am Sonntag, den 15.03. von 12.45 – 16 Uhr, wird die Baustelle im Rahmen einer Performance rückgebaut und „das Ganze wieder in seine Einzelteile“ zerlegt. 
Die Steine werden künstlerisch bearbeitet, signiert und als Kunst-Edition und gegen eine Spende an Besucher abgegeben. Die Spenden werden gesammelt und komplett an ein gemeinnütziges Flüchtlingsprojekt weitergegeben.
Es würde die beiden Künstler sehr freuen, wenn sich möglichst viele Besucher an diesem Teil des Projektes beteiligen und so auch nachhaltig im erweiternden Sinn Teil des Ganzen werden.

 

www.michaelgraeve.com
www.christoph-dahlhausen.de

Eine Stadt wird Musik

Florian Tuercke

 

Öffentlicher Raum, Stadt Siegburg

 

Die Idee hinter dem Klangkunst-Projekt URBAN AUDIO des Nürnberger Künstlers Florian Tuercke, ist es, die hektische und aggressive Struktur von Stadtlärm in musikalische Abstraktionen zu verwandeln um so Bürgern und Besuchern einen neuen Blick auf den gewohnten Stadtraum zu ermöglichen.


Die musikalische Abstraktion des Stadtraumes erfolgt durch die Filterung musikalischer Frequenzen aus dem urbanen Klangbild. Der Prozess vollzieht sich analog und in Echtzeit mit Hilfe von gestimmten Saiten in speziellen Instrumenten, die Tuercke extra für diesen Zweck entwickelt und gebaut hat. Die Instrumente werden im städtischen Raum aufgestellt, wo sie jeweils die Geräusche aus ihrer direkten Umgebung zu musikalischen Klängen filtern, die sie wiederum an das im Inneren eines Transporters befindlichen Tonstudio senden. Hier werden die Klänge aus den Instrumenten zu einer Stereo-Spur gemischt, die für Besucher auf Kopfhörern ausgegeben wird.

 

Im Gegensatz zur ursprünglichen, Stress auslösenden Geräuschkulisse des Stadtraumes sind die musikalisch gefilterten Stadtgeräusche angenehm und wirken entspannend. Dieser akustische Perspektivwechsel ermöglicht dem Zuhörer das gewohnte urbane Umfeld auf eine neue Weise zu erleben, und so Details und Aspekte zu entdecken, die dem gestressten Geist verborgen bleiben

 

Besuch der Klanginstallation und Gespräch mit dem Künstler: 06.03. – 15.03.2020

Ausschreibung für den Kunstpreis

 

anlässlich des Jubiläums "Beethoven 2020"

 

BEETHOVEN UND HUMANISMUS

Beethovens zeitliches Umfeld war von einer europäischen Situation des Umbruchs geprägt. Der Begriff des Weltbürgertums gewann an Bedeutung, der Humanismus warb für eine allgemeine Glaubensfreiheit.

Die Freiheit des Geistes war für Beethoven ein Schlüssel und eine Quelle der Inspiration, stand jedoch immer auch in Verbindung mit moralischer Integrität. Den mündigen Bürger, ohne Vorrecht durch die Geburt und finanzielle Vermögen, allein der sittlichen Verantwortung gegenüber einer Gemeinschaft verpflichtet, strebte er als Menschen bild an.

Als Kind der französischen Revolution setzte Beethoven die Werte von Freiheit, Gleichheit und  Brüderlichkeit in seinem Leben um und thematisierte sie in seiner Musik. Kunst und Leben nach humanistischen Werten waren für ihn untrennbar miteinander verknüpft.

ANFORDERUNGEN
Gesucht wurden Crossover-Projekte, in denen künstlerische Disziplinen wie Bildende Kunst, Musik, Tanz, Installation, Lichtprojektion, Medienkunst, Literatur von Poetry Slam bis Rapp etc. miteinander verbunden wurden.

Die Auseinandersetzung mit Beethoven und seinem Verhältnis zum Humanismus sollte über den musikalischen Zugang hinaus erweitert werden und im Sinne eines Perspektivwechsels eine frische, interdisziplinäre Annäherung initiieren. Diese sollte unter dem Aspekt der humanistischen Werte zudem einen prüfenden Blick auf unsere Zeit und unsere gesellschaftliche Ausrichtung lenken. Dadurch werden Beethovens gesellschaftskritische Positionen in Form eines Brückenschlages in der heutigen gesellschaft
lichen Situation reflektiert und neu interpretiert.

Die Ausschreibung richtete sich bundesweit an freischaffende bildende Künstler, Musiker, Autoren, Medienkünstler und Hochschulen.



 

  • Preisgelder
  • Jury
  • Einsendungen
  • Ausstellung
  • Prämierung

UND AUFWANDSENTSCHÄDIGUNGEN

 

1. Preis 5.000,- €

2. Preis 4.000,- €

3. Preis 3.000,- €

Sonderpreis 2.000,- €

 

Die zehn von der Jury nominierten Projekte erhalten für Transport/Fahrkosten und Realisation eine Aufwandsentschädigung von insgesamt 4.000,- € pro Projekt.

Dirk Kaftan (Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und des Beethoven Orchesters Bonn), Dr. Gabriele Uelsberg (Direktorin des LVR-LandesMuseums Bonn), Dr. Gundula Caspary (Direktorin des Stadtmuseums Siegburg), Renate Goretzki (Referentin für Kunst und Kultur, KSI), Prof. Anna Anders (Institut für zeitbasierte Medien der Universität der Künste Berlin), Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet (Kunsthistorisches Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn), Prof. Andreas Oldörp (sound art der Hochschule der Bildenden Künste Saar), Thomas Wagner (Kulturdezernent des Rhein-Sieg-Kreises), Gisela Clement (Galerie Gisela Clement, Bonn).

 

Ein Projekt im Rahmen des Beethoven Jubiläums 2020 des Katholisch-Sozialen Instituts in Kooperation mit dem Stadtmuseum Siegburg und dem Rhein-Sieg-Kreis.

Beschreibungen und Erläuterungen der Arbeit (entsprechend dem Projekt mit digitaler Ergänzung) und
Lebenslauf.


Eingangsfrist: 14. November 2019

 

an das
Katholisch-Soziale Institut,
Bergstr. 26

53721 Siegburg


Eine Jury wählt unter den Einsendungen 10 Arbeiten aus.

Die zehn nominierten Arbeiten werden analog zu Barcamps im Rahmen einer Präsentationswoche von Freitag, dem 6.3.2020 bis Sonntag, den 15.3.2020 von den Bewerbern realisiert, an geeigneten Orten des öffentlichen Lebens der Kategorie entsprechend gezeigt sowie in Künstlergesprächen erläutert und diskutiert.

UND PREISVERLEIHUNG
Die Auswahl der Preisträger aus den zehn nominierten Projekten erfolgt partizipatorisch durch die teilnehmenden Besucher im Rahmen der Ausstellungszeit.

Die nominierten und prämierten Arbeiten werden in Form einer DVD dokumentiert.

Öffentliche Preisverleihung im Rahmen eines Festaktes:
Sonntag, 15.3.2020.