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50. Todestag Ewald Matarés und 50-jähriges Bestehen der Papst Johannes XIII. Kapelle

Prof. Ewald MataréAls Prälat Dr. Franz Müller 1963 sich mit der Bitte, die Innengestaltung der KSI-Kapelle zu übernehmen, an den damals 76-jährigen Ewald Mataré wandte, bereitete er diesem damit einige Bauchschmerzen. „Hier kann ich aber nicht nein sagen“, schrieb Mataré in sein Tagebuch – voller Bedenken, ob seine Kräfte ausreichen würden, ein so umfangreiches Werk zu schaffen, das Architektur und Innenausstattung in Einklang bringen sollte. 

Kapellentuer_handMataré entwarf für die Spitze der Kapelle die Figur des hl. Petrus. Unter dem Dachansatz schuf er ein rundumlaufendes Lichtband mit den vier Evangelistensymbolen. Er gestaltete den Altarbezirk mit Mensa und Tabernakel und das wunderbare Portal mit einer in Kupferblech getriebenen Darstellung des Jüngsten Gerichts. Dem Besucher der Kapelle streckt sich der Türgriff in Form einer offenen Hand entgegen, die in ihrer Innenfläche das Zeichen der Eucharistie trägt. Dies ist oft als eine zentrale Botschaft des Künstlers gedeutet worden: die Hl. Eucharistie als „Türklinke zum Himmel“.

Die endgültige Fertigstellung des Portals erlebte Mataré leider nicht mehr. Er starb am 29. März 1965, wenige Wochen vor der feierlichen Einweihung der Kapelle, an einer Lungenembolie.

DKapellentüre von Ewald Mataréiese Kapellentür wie auch die daneben in einer Vitrine stehende „Madonna mit Kind“ gelten als beeindruckende Zeugnisse Mataréscher Kunst und als unvergleichlicher Ausdruck des tiefen religiösen Empfindens dieses bedeutenden Künstlers. 

Blick in die KapelleZufall – oder vielleicht doch glückliche Fügung, dass im geistlichen Zentrum des KSI ein bahnbrechender Papst und ein ähnlich bahnbrechender Künstler aufeinander treffen: Beide lebten in ihren Wirkungsbereichen aus der Vision, dass das Leben immer neue, gute Gestaltungsmöglichkeiten findet. Was brauchte unsere Gegenwart nötiger, als diese Vision?

Das für ihn kennzeichnende „Aggiornamento“ (Weiterentwicklung, Auf heutigen Stand bringen ...) eröffnete neue Wege des dialogischen Miteinanders von Kirche und Welt. Es begründete den Dialog zwischen Kirche, Religionen, Kulturen, Politik und Wirtschaft. Dies schlug sich für die Arbeitsbereiche des Instituts besonders wirksam nieder in den Sozialenzykliken und der Pastoralkonstitution über die „Kirche in der Welt von heute“. Die Weltverantwortung der Christen und der originäre Weltdienst der Laien wurden in bis dahin nicht gekannter Weise Programm der Christenheit. Ohne diese theologischen und sozialethischen Impulse wäre unsere heutige, oft gemeinsam von evangelischen und katholischen Christen getragene Arbeit nicht denkbar.

Kapelle Papst Johannes XIII.

Stand: April 2015

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