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BIOGRAFIE

E.G. Hansing (1978) E.G. Hansing (1978)

Gründervater: Josef Kardinal Frings

Der ehemalige Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings wurde am 6. Februar 1887 in Neuss geboren. Er studierte in Innsbruck, Bonn und Köln und wurde im August 1910 in Köln zum Priester geweiht. Er wurde Kaplan in St. Pius in Köln und zeichnete sich u.a. durch die Sorge um die Arbeitnehmerschaft aus. Nach seiner Promotion in Rom wurde er Pfarrer in Köln Braunsfeld und übte dieses Amt „dreizehn sehr schöne und glückliche Jahre" aus. 1937 wurde er zum Regens des Kölner Priesterseminars ernannt, das 1942 ins St. Antoniusheim in Bad Honnef - dem späteren von Kardinal Frings gegründeten Katholisch-Sozialen Institut - übersiedelte.
Mitten im Krieg, im März 1942, erreichte ihn hier die Nachricht, dass das Domkapitel ihn zum Erzbischof gewählt habe. Dr. Josef Frings wurde schließlich am 21. Juni zum Bischof und damit zum 92. Nachfolger des Heiligen Maternus in Köln geweiht. Sein Wahlspruch sollte lauten: „Pro hominibus constitutus - Für die Menschen bestellt". Er selber übersetzte den Spruch gerne mit den Worten : „Für die Menschen bin ich da!" Das merkten auch die politisch Verantwortlichen nach Ende des Krieges, als Frings sich für seine Erzdiözesanen einsetzte und unzählig viele Besuche bei Kriegsheimkehrern, Kriegsgefangenen und Flüchtlingen machte. Ein Satz seiner Silvesterpredigt 1946, als er um Verständnis für die hungernde und darbende Bevölkerung bat und den dann allzu gern missverstandenen Satz formulierte, „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann", ging unter dem Stichwort „fringsen" in die Geschichte ein.
Ohne Zweifel war Kardinal Frings eine der herausragenden Persönlichkeiten, die Deutschland und die Katholische Kirche zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Zweiten Vatikanischen Konzil geprägt haben. Unter anderem hat er als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz die Gründung von „MISEREOR" und „Adveniat" bewirkt, das „Katholisch-Soziale Institut" gegründet und nicht unbedeutend auf das Zweite Vatikanischen Konzils Einfluss genommen.

Zu obigem Bild:
Der Kardinal war 1963 auf den jungen Künstler E.G. Hansing aufmerksam geworden, der gerade recht kühne Porträts Konrad Adenauers gezeichnet hatte. Hansing hatte vor, die Darstellung großer Persönlichkeiten der Zeitgeschichte in einer Bildnisreihe weiterzuführen. Josef Kardinal Frings, dessen Gesicht mit den gespannten, vergeistigten Zügen den Künstler fasziniert hatte, gehörte unbedingt dazu. Hansing bekam 1964 die Möglichkeit, den Kardinal zu porträtieren, doch entstand das obenstehende Bild erst 14 Jahre später: Hansing besuchte den Einundneunzigjährigen 1978 noch einmal, und er schuf die letzten künstlerischen Bildzeugnisse des Kardinals, der eine Woche nach dieser Begegnung starb. Kardinal Frings saß dem Künstler auf dem Balkon des Erzbischöflichen Hauses im Rollstuhl gegenüber und Hansing schaute geradezu in eine „Gesichts-Landschaft", die den Künstler ebenso faszinierte wie fesselte und zu einer spannungsgeladenen Porträtskizze motivierte.

Hans Nitsche, pädagogischer Referent des KSI

Über den Gründervater Kardinal Frings ist eine Publikation erschienen, die Sie hier erwerben können.

 

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